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Stromata Editions · Der Hirt des Hermas

Gebot II

Man. 2.1–2.7

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Lesemodus
Man. 2.1

Griechische Vorlage

Λέγει μοι· Ἁπλότητα ἔχε καὶ ἄκακος γίνου καὶ ἔσῃ ὡς τὰ νήπια τὰ μὴ γινώσκοντα τὴν πονηρίαν τὴν ἀπολλύουσαν τὴν ζωὴν τῶν ἀνθρώπων.

Übersetzung

Er sagt zu mir: »Sei aufrichtig und werde arglos. Dann wirst du wie die kleinen Kinder sein, die das Böse nicht kennen, das das Leben der Menschen zugrunde richtet.«

Man. 2.2

Griechische Vorlage

πρῶτον μὲν μηδενὸς καταλάλει, μηδὲ ἡδέως ἄκουε καταλαλοῦντος· εἰ δὲ μή, καὶ σὺ ὁ ἀκούων ἔνοχος ἔσῃ τῆς ἁμαρτίας τοῦ καταλαλοῦντος, ἐὰν πιστεύσῃς τῇ καταλαλιᾷ ᾗ ἂν ἀκούσῃς· πιστεύσας γὰρ καὶ σὺ αὐτὸς ἕξεις κατὰ τοῦ ἀδελφοῦ σου. οὕτως οὖν ἔνοχος ἔσῃ τῆς ἁμαρτίας τοῦ καταλαλοῦντος.

Übersetzung

»Rede vor allem über niemanden schlecht, und höre auch nicht gern zu, wenn jemand schlecht über andere redet. Sonst wirst auch du als Zuhörer an der Sünde desjenigen schuldig, der schlecht redet, wenn du der üblen Nachrede glaubst, die du hörst. Denn wenn du ihr glaubst, wirst auch du selbst etwas gegen deinen Bruder haben. So wirst du an der Sünde desjenigen schuldig, der schlecht redet.«

Man. 2.3

Griechische Vorlage

πονηρὰ ἡ καταλαλιά· ἀκατάστατον δαιμόνιόν ἐστιν, μηδέποτε εἰρηνεῦον, ἀλλὰ πάντοτε ἐν διχοστασίαις κατοικοῦν. ἀπέχου οὖν ἀπ’

Übersetzung

»Üble Nachrede ist böse. Sie ist ein ruheloser Dämon, der niemals Frieden hält, sondern immer in Zwietracht wohnt. Halte dich also fern«

Man. 2.4

Griechische Vorlage

αὐτοῦ, καὶ εὐθηνίαν πάντοτε ἕξεις μετὰ πάντων. ἔνδυσαι δὲ τὴν σεμνότητα, ἐν ᾗ οὐδὲν πρόσκομμά ἐστιν πονηρόν, ἀλλὰ πάντα ὁμαλὰ καὶ ἱλαρά. ἐργάζου τὸ ἀγαθόν, καὶ ἐκ τῶν κόπων σου, ὧν ὁ θεὸς δίδωσίν σοι, πᾶσιν ὑστερουμένοις δίδου ἁπλῶς, μὴ διστάζων τίνι δῷς ἢ τίνι μὴ δῷς. πᾶσιν δίδου· πᾶσιν γὰρ ὁ θεὸς δίδοσθαι θέλει ἐκ τῶν ἰδίων δωρημάτων.

Übersetzung

»von ihm, und du wirst immer mit allen gut auskommen. Lege aber die Würde an: In ihr gibt es kein böses Hindernis, sondern alles ist eben und heiter. Tue das Gute und gib allen Bedürftigen ohne Hintergedanken etwas von dem Ertrag deiner Arbeit, den Gott dir gibt. Zögere nicht bei der Frage, wem du geben und wem du nicht geben sollst. Gib allen! Denn Gott will, dass allen von seinen eigenen Gaben gegeben wird.«

Man. 2.5

Griechische Vorlage

οἱ οὖν λαμβάνοντες ἀποδώσουσιν λόγον τῷ θεῷ, διατί ἔλαβον καὶ εἰς τί· οἱ μὲν γὰρ λαμβάνοντες θλιβόμενοι οὐ δικασθήσονται, οἱ δὲ ἐν ὑποκρίσει λαμβάνοντες τίσουσιν δίκην.

Übersetzung

»Die Empfänger werden also Gott Rechenschaft geben, warum und wozu sie etwas genommen haben. Diejenigen, die es in einer Notlage nehmen, werden nicht verurteilt werden; diejenigen aber, die es unter einem Vorwand nehmen, werden bestraft werden.«

Man. 2.6

Griechische Vorlage

ὁ οὖν διδοὺς ἀθῷός ἐστιν· ὡς γὰρ ἔλαβεν παρὰ τοῦ κυρίου τὴν διακονίαν τελέσαι, ἁπλῶς αὐτὴν ἐτέλεσεν μηθὲν διακρίνων τίνι δῷ ἢ μὴ δῷ. ἐγένετο οὖν ἡ διακονία αὕτη ἁπλῶς τελεσθεῖσα ἔνδοξος παρὰ τῷ θεῷ.

Übersetzung

»Der Geber ist also schuldlos. Denn er hat vom Herrn den Auftrag erhalten, diesen Dienst zu erfüllen, und ihn ohne Hintergedanken erfüllt, ohne eine Unterscheidung zu treffen, wem er geben und wem er nicht geben soll. So wurde dieser ohne Hintergedanken erfüllte Dienst bei Gott ehrenvoll.«

Man. 2.7

Griechische Vorlage

ὁ οὖν οὕτως ἁπλῶς διακονῶν τῷ θεῷ ζήσεται. φύλασσε οὖν τὴν ἐντολὴν ταύτην, ὥς σοι λελάληκα, ἵνα ἡ μετάνοιά σου καὶ ἡ τοῦ οἴκου σου ἐν ἁπλότητι εὑρεθῇ καὶ καθαρὰ καὶ ἄκακος καὶ ἀμίαντος.

Übersetzung

»Wer Gott so ohne Hintergedanken dient, wird leben. Befolge also dieses Gebot, wie ich es dir gesagt habe, damit sich deine Umkehr und die deines Hauses als aufrichtig, rein, arglos und unbefleckt erweist.«

Anmerkungen für Leser

  1. 1. Man. 1.1; 2.3–7

    Dass Gott alles umfasst, selbst aber nicht umfasst werden kann, behält das räumliche Bild von χωρεῖν. Beim Geben liegt die Prüfung des Empfangs beim Empfänger; der Geber soll nicht vorab zwischen Bedürftigen auswählen. Die Sätze werden nicht zu einer heutigen Regel über die Verwaltung von Hilfsleistungen umgeschrieben. Der über 2.3–4 reichende Satz bleibt an der vorgegebenen ID-Grenze geteilt.

Über diese Ausgabe

Deutsche Übersetzung v02. Griechische Vorlage v01: Molly Whittaker, zweite überarbeitete Auflage, 1967; Patristic Text Archive (2018), Annette von Stockhausen — Überführung in CTS-konformes PTA-TEI und Auszeichnung von Orten und Personen. Technische Ableitung: Stromata Editions, 29.09.2026. Festgelegte Version ef861ab3.

Gepunktete Unterstreichung kennzeichnet editorische Ergänzungen (supplied) in der gewählten Vorlage und entsprechende, auch teilweise ergänzte Bereiche der Übersetzung. Das Zeichen allein bestimmt weder die Art des Eingriffs noch zwingend eine Konjektur. Ursprüngliche eckige Klammern bleiben erhalten.

Lateinischer Schluss: die antike Vulgata in der Edition von Adolphus Hilgenfeld, Hermae Pastor (Leipzig, 1873), S. 155–164; Projektquelle HER-ENDING-SOURCE-v01. Hilgenfeld übernahm den Einschub in Sim. 10.2.4 aus der Palatina und ergänzte selbst habet. Die Lizenz der griechischen digitalen Vorlage gilt nicht automatisch für die lateinische Edition oder die Übersetzungen.

Die Übersetzung ist eine geprüfte Arbeitsfassung nach einer AI-Redaktion; eine menschliche philologische Begutachtung wird nicht beansprucht.

Die wiedergegebene griechische Vorlage und ihre technische Ableitung: CC BY-SA 4.0. Leerraum für die Lektüre angepasst; Wörter und Diakritika erhalten. Die Namensnennung bedeutet keine Zustimmung der PTA-Mitwirkenden zu Stromata.

Vulgata · Hilgenfeld 1873 · StromataPTA · ef861ab3CC BY-SA 4.0

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