
Stromata Editions
Der Hirt des Hermas
Ein Buch über die Möglichkeit, sich zu ändern, und über ein Leben, das Menschen gemeinsam aufbauen.
Visionen, Gebote und symbolische Erzählungen über Umkehr, Vertrauen, Wohlstand und Verantwortung für andere. Der «Hirt des Hermas» eröffnet eine Welt des frühen Christentums, in der die Hoffnung auf Erneuerung mit der Aufforderung zum Handeln verbunden ist.
Konzeptuelle Illustrationen, keine historischen Rekonstruktionen.
Ist ein neuer Anfang möglich?
Hermas erhält Weisungen für sein eigenes Leben, sein Haus und seine Gemeinde. Aus dem persönlichen Gespräch wird eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Umkehr: Wie erkennt man das Unrecht, ändert sein Verhalten und bleibt dem gefassten Entschluss treu?
Doch das Werk ist mehr als eine Sammlung von Regeln. Eine Frau, die die Kirche verkörpert, der Hirt, ein Turm im Bau, Bäume und Steine bilden eine Welt aus Visionen und Deutungen. Die Bilder kehren wieder und werden weiter erschlossen. Sie verbinden das Schicksal des Einzelnen mit dem Leben der ganzen Gemeinschaft.
Dieser Text gehört der antiken Welt an. Seine sozialen Beziehungen und religiösen Vorstellungen verlangen aufmerksame Lektüre. Die Ähnlichkeit mit unseren Fragen hebt die Unterschiede nicht auf.
Zur Orientierung
Das Werk wird mit dem römischen Christentum des zweiten Jahrhunderts verbunden. Seine genaue Datierung und Entstehungsgeschichte sind umstritten. Hermas ist der Name des Erzählers und der traditionell genannte Verfassername. Die Ich-Erzählung lässt sich nicht ohne Weiteres als gesicherte Biografie lesen.
Die traditionelle Gliederung umfasst fünf Visionen, zwölf Gebote und zehn Gleichnisse. Eine durchgehende Zählung der Kapitel 1–114 erleichtert das Auffinden einzelner Stellen.
Das Buch wurde zitiert, zusammen mit neutestamentlichen Schriften abgeschrieben und zur Unterweisung empfohlen. Sein Ansehen war bei den antiken Lesern unterschiedlich.
Drei Teile eines gemeinsamen Weges

Visionen
Fünf Visionen führen Hermas in eine Welt der Offenbarungen. Wechselnde Gestalten und der Bau eines Turms veranschaulichen die Gemeinde. Die fünfte Vision führt den Hirten ein und bereitet den Übergang zu den Weisungen vor.

Gebote
Zwölf Gebote handeln von Glauben, Wahrhaftigkeit, Begierden, Zweifel und Verhalten. Die Frage nach der Umkehr wird anhand konkreter Entscheidungen entfaltet.

Gleichnisse
Zehn symbolische Erzählungen führen die Themen der Weisungen weiter. Bäume, Zweige, Steine und der Turm werden zu Bildern, anhand deren die Beziehungen innerhalb der Gemeinde erläutert werden.
Zur Stromata-Ausgabe
Wir bereiten Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Ukrainische und Russische vor, jeweils unmittelbar aus dem zugrunde gelegten Text des betreffenden Abschnitts. Die griechische Grundlage reicht bis Gleichnis 9.30.2. Der zusammenhängende Schluss, 9.30.3–10.4.5, wird aus der antiken lateinischen Fassung Vulgata übersetzt.
Anmerkungen stehen getrennt vom antiken Text. Eine Lesefassung und eine parallele Ansicht von Übersetzung und Textgrundlage werden mit der Einbindung der einzelnen Abschnitte verfügbar. Die Audiofassung folgt, sobald die Aufnahmen vorbereitet und geprüft sind.
Wie dieses Buch gelesen wurde

Neben dem Neuen Testament: Wie man den «Hirten des Hermas» las
Warum ein Buch als Schrift angeführt, Anfängern empfohlen und zugleich im kirchlichen Gebrauch eingeschränkt werden konnte. Antike Zeugnisse und die Aussagegrenzen des Codex Sinaiticus.
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Lesen und hören
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