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DidacheDie zwei Wege

Kapitel 1

1.1

Es gibt zwei Wege: den einen des Lebens und den anderen des Todes; zwischen beiden Wegen besteht aber ein großer Unterschied.

1.2

Der Weg des Lebens ist nun dieser: Erstens sollst du Gott lieben, der dich erschaffen hat, zweitens deinen Nächsten wie dich selbst. Was immer du nicht willst, dass es dir geschieht, das tu auch keinem anderen.

1.3

Die Lehre aus diesen Worten aber lautet: Segnet die, die euch verfluchen, und betet für eure Feinde; fastet aber für die, die euch verfolgen. Was ist denn daran verdienstvoll, wenn ihr die liebt, die euch lieben? Tun das nicht auch die Völker? Ihr aber sollt die lieben, die euch hassen, und ihr werdet keinen Feind haben.

1.4

Halte dich fern von fleischlichen und körperlichen Begierden. Wenn dir jemand einen Schlag auf die rechte Wange versetzt, halte ihm auch die andere hin, und du wirst vollkommen sein. Wenn dich jemand zwingt, eine Meile mitzugehen, geh zwei mit ihm. Wenn jemand dein Obergewand nimmt, gib ihm auch das Untergewand. Wenn jemand dir nimmt, was dir gehört, fordere es nicht zurück; denn das kannst du auch nicht.

1.5

Gib jedem, der dich bittet, und fordere nichts zurück; denn der Vater will, dass allen aus seinen eigenen Gaben gegeben wird. Glücklich, wer nach dem Gebot gibt, denn er ist ohne Schuld. Wehe dem, der nimmt! Wenn jemand nimmt, weil er bedürftig ist, wird er ohne Schuld sein; wer aber nimmt, ohne bedürftig zu sein, wird Rechenschaft darüber ablegen, warum und wozu er etwas genommen hat. Wenn er dann in Haft gerät, wird er über das, was er getan hat, verhört und nicht von dort herauskommen, bis er den letzten Quadrans zurückgezahlt hat.

1.6

Doch auch darüber ist gesagt worden: „Dein Almosen soll in deinen Händen schwitzen, bis du weißt, wem du geben sollst.“

Stromata Editions · Didache · altgriechischer Text und deutsche Übersetzung