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DidacheGast und Autorität

Kapitel 11

11.1

Wenn nun jemand kommt und euch all das lehrt, was zuvor gesagt wurde, nehmt ihn auf.

11.2

Wenn der Lehrende selbst sich jedoch abwendet und eine andere Lehre verkündet, um das Bisherige aufzuheben, hört nicht auf ihn. Wenn sie aber dazu dient, Gerechtigkeit und Erkenntnis des Herrn zu mehren, nehmt ihn auf wie den Herrn.

11.3

Was die Apostel und Propheten betrifft, verfahrt nach der Weisung des Evangeliums so:

11.4

Nehmt jeden Apostel, der zu euch kommt, auf wie den Herrn.

11.5

Er soll aber nur einen Tag bleiben; wenn es nötig ist, auch den zweiten. Bleibt er drei Tage, ist er ein falscher Prophet.

11.6

Wenn der Apostel weiterzieht, soll er nichts mitnehmen außer Brot, bis er eine Unterkunft für die Nacht findet. Wenn er aber Geld verlangt, ist er ein falscher Prophet.

11.7

Keinen Propheten, der im Geist spricht, sollt ihr auf die Probe stellen oder beurteilen; denn jede Sünde wird vergeben werden, diese Sünde aber wird nicht vergeben werden.

11.8

Nicht jeder, der im Geist spricht, ist ein Prophet, sondern nur, wer so lebt wie der Herr. An der Lebensweise wird man daher erkennen, wer ein falscher Prophet und wer ein Prophet ist.

11.9

Kein Prophet, der im Geist eine Mahlzeit anordnet, soll selbst davon essen; sonst ist er ein falscher Prophet.

11.10

Jeder Prophet, der die Wahrheit lehrt, aber nicht tut, was er lehrt, ist ein falscher Prophet.

11.11

Jeder bewährte, wahre Prophet aber, der im Hinblick auf das weltliche Geheimnis der Gemeinde handelt, ohne zu lehren, dass man tun soll, was er selbst tut, soll von euch nicht beurteilt werden. Sein Urteil liegt bei Gott; ebenso handelten auch die Propheten der alten Zeit.

11.12

Wenn aber jemand im Geist sagt: „Gebt mir Geld oder etwas anderes“, sollt ihr nicht auf ihn hören. Wenn er jedoch sagt, man solle anderen Bedürftigen geben, soll ihn niemand beurteilen.

Stromata Editions · Didache · altgriechischer Text und deutsche Übersetzung